Mokassin – was ist das eigentlich?

Die meisten kennen den Begriff. Die Frauen sowieso weil sie einen besonderen Zugang zum Thema Schuhe haben. Und die Männer weil Sie die Frauen nur zu häufig zum Schuheinkauf begleiten. Aber was sind Mokassins eigentlich?

Die Wortherkunft

Bevor wir jetzt das Rad neu erfinden, greifen wir auf die beste Beschreibung der Wortherkunft zurück, die wir finden konnten und zitieren vom Mokassin-Artikel bei Wikipedia einen Ausschnitt, der wie folgt lautet: „Das Wort ist einer der östlichen Algonkin-Sprachen entlehnt. So lautet es auf Powhatan mohkisson oder mokussin, Massachusett makussin, Ojibwe makizin, Algonkin (im engeren Sinne) makasin und Micmac mksɨn (rekonstruiertes Ur-Algonkin: maxkeseni „Schuh“).“

Schöne Beschreibung, nicht wahr? Das Verständnis für den Wortlaut hilft somit keinem wirklich weiter. Denn „Schuh“ ist ziemlich allgemein. Deshalb versuchen wir auf andere Weise, die Besonderheit des Mokassins zu erklären. Wenn man ein Bild vor Augen hat, ist es sonnenklar.

Die Eigenschaften des Mokassins

Prinzipiell haben wir es mit einem sehr weichen und bequemen Schuhmodell der Sorte Schlupfschuh zu tun. Das Anziehen ist leicht. Es gibt weder Schnürsenkel, noch Reissverschluss oder Riemchen. Und er ist ohne Absatz. Der Schaft wird unterhalb des Fusses herumgeführt. Der an der Sohle ansetzende Teil reicht meist nur 2-3 Zentimeter hoch hinauf. Der Teil über dem Fussrücken wird durch ein handtellergrosses Stück Leder als Ersatzteil bestückt. Die Handnaht, die dieses Teil fixiert, verleiht dem Mokassin ein ganz typisches Aussehen, das jeder sofort erkennt. Zusammengefasst würden wir ihn so beschreiben: bequemer Lederschuh ohne Absatz, Senkel und dergleichen, dafür mit einer gekräuselten Handnaht über den Fussrücken. An der Schaftoberkante werden gerne verspielte Lederfransen und Ähnliches angebracht. Das verleiht dem Schuh die Extraportion Charme.

Aber woher kommt der Mokassin?

Wenn man ihn ansieht, hat man bereits einen vagen Verdacht. Und dieser bestätigt sich. Es sind die nordamerikanischen Ureinwohner. Indianer stellten diese nicht sonderlich haltbaren aber sehr bequemen Schuhe wahlweise mit oder ohne zusätzlicher Laufsohle her. Waren welche für festliche Anlässe gefragt, verzierte man sie später mit Glasperlen. Im 18. Jahrhundert schafften es diese Schuhe über den Atlantik. In England wurden sie in Form von Hausschuhen zur Mode.

Wir stellen heute andere Anforderungen an Schuhe als damals. Der Schuh muss langlebig sein. Deshalb hat er sich im Laufe der Zeit verändert. Und zwar beim Bodenaufbau. So kommen sie heute oft mit einer zusätzlichen Brandsohle oder einer separaten Laufsohle, um ihn haltbarer und beständiger zu machen. Sie sind als flache Halbschuhe, als eine Art Stiefeletten, teils auch als Stiefelmokassins, die bis unters Knie reichen, erhältlich. Getragen wird er bei trockenen Witterungsbedingungen. Weil er sportlich und leger aussieht, dient er nicht als Geschäftskleidung.